Die Website und die App der Gemeinde Issum sollen auf digitale Barrieren überprüft werden. Unser entsprechender Beschlussvorschlag, der auf einen Antrag der Grünen zurückgeht, wurde im Gemeinderat einstimmig angenommen.
Immer mehr Informationen und Dienstleistungen rund um die Gemeinde Issum sind online vertreten. Doch nicht alle Menschen können diese Angebote im gleichen Maße nutzen. Fehlende Bildbeschreibungen, unzureichende Kontraste oder fehlende barrierefreie PDF-Dokumente können beispielsweise Menschen mit Sehbehinderungen den Zugang zu wichtigen Informationen erschweren.
Schon im Januar 2026 hatte unsere Fraktion deshalb beim Bürgermeister nachgefragt, wie es um die Barrierefreiheit der Gemeinde-Website und der Issum-App bestellt ist.
Die Antwort der Verwaltung und der Sachstandsbericht zur Digitalisierung zeigten, dass hier noch Verbesserungsbedarf besteht. Die Website erfüllt die Anforderungen der Barrierefreiheit bislang nicht vollständig. Die letzte Überprüfung fand 2023 statt, ein konkreter Zeitplan zur Behebung der Mängel lag dabei nicht vor. Die Barrierefreiheit der Gemeinde-App war bei ihrer Einführung nicht ausdrücklich überprüft worden.
Von der Nachfrage zum Ratsbeschluss
Mit unserem Antrag vom 7. April 2026 haben wir die Verwaltung aufgefordert, die bestehenden Mängel in der Barrierefreiheit systematisch untersuchen zu lassen und einen Maßnahmenplan zu erarbeiten.
Dabei geht es etwa um Alternativtexte für Bilder, ausreichende Kontraste, die Strukturierung von Webseiten und die Transpartenz von PDF-Dokumenten. Auch zusätzliche Informationen in Leichter Sprache und Deutscher Gebärdensprache sollten überprüft werden.
Die Verwaltung griff das Anliegen auf und legte dem Rat einen entsprechenden Beschlussvorschlag vor. Dieser wurde in der Ratssitzung am 23. Juni 2026 einstimmig angenommen.
Website und App werden überprüft
Der Beschluss sieht eine externe Grobprüfung der Gemeinde-Website einschließlich der Aktualisierung ihrer Erklärung zur Barrierefreiheit vor, sowie einen Barriere-Check der Issum-App.
Die veranschlagten Kosten betragen insgesamt 5.280 Euro netto. Die erforderlichen Mittel sollen dabei in den Haushaltsberatungen für 2027 berücksichtigt werden.
Zusätzliche Angebote in Leichter Sprache und Deutscher Gebärdensprache werden zunächst zurückgestellt. Die Verwaltung möchte zuerst die Ergebnisse der Prüfungen abwarten und verweist auf bestehende Hilfsmittel wie den mittlerweile eingeführten KI-Chatbot „Herr Lich“ und verfügbare Videotranskripte.
Der erste Schritt ist gemacht
Mit dem einstimmigen Beschluss ist damit eine Grundlage geschaffen, um bestehende Barrieren zu erfassen und gezielt abzubauen. Die eigentliche Arbeit steht uns allerdings noch bevor: Aus den Prüfungen müssen konkrete Maßnahmen und ein nachvollziehbarer Zeitplan entstehen.
Für unsere Fraktion ist das Ziel klar: Digitale Informationen und Dienstleistungen der Gemeinde sollen allen Menschen ohne unnötige Hindernisse zugänglich sein.
Wir werden die weitere Umsetzung im Gemeinderat begleiten und hier darüber berichten.
Kurze Fakten
- Antragsteller: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Gemeinde Issum
- Datum der Antragstellung: 07.04.2026
- Antragsnummer: 2026-0008
- Status: Der Rat hat am 23.06.2026 einstimmig einem Beschlussvorschlag der Verwaltung zugestimmt. Dieser sieht Barrierefreiheitsprüfungen der Gemeinde-Website und der App vor. Die Finanzierung soll im Haushalt 2027 berücksichtigt werden.
