Bürgerenergie Geldern lädt NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin zum Austausch über die Zukunft der Bürgerenergie ein
Die Bürgerenergie Geldern hatte NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur zu einem Austausch über die Zukunft der Bürgerenergie eingeladen.
Mit dabei waren zahlreiche an der Bürgerenergie beteiligte Personen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Grünen Ortsvereine aus Geldern, Sonsbeck und Issum – also aus den Kommunen, in denen die Bürgerenergie Geldern aktiv ist.
Im Mittelpunkt des Treffens stand die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger vor Ort an der Energiewende beteiligt werden und von ihr profitieren können. Anhand der Projekte der Bürgerenergie Geldern wurde deutlich, wie viele unterschiedliche Akteure an der Entwicklung, Planung und Umsetzung von Windenergieprojekten beteiligt sind. Bürgerenergie verbindet dabei ehrenamtliches Engagement, kommunale Interessen, Fachplanung und wirtschaftliche Verantwortung.
Klimawandel wird vor Ort spürbar
Mona Neubaur machte deutlich, dass die Folgen des Klimawandels längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr sind. Die Hitzewelle dieses Sommers und ihre Auswirkungen zeigen unmittelbar, wie stark sich unser Klima verändert. Gerade solche Erfahrungen machten deutlich, dass Klimaschutz und der Umbau unserer Energieversorgung konsequent vorangetrieben werden müssten.
Dabei betonte Neubaur die besondere Bedeutung einer Energiewende, die Menschen vor Ort selbst in die Hand nehmen können. Bürgerenergie und insbesondere Windkraft schaffen aus ihrer Sicht nicht nur erneuerbaren Strom, sondern auch Selbstwirksamkeit: Menschen erleben, dass sie selbst etwas für den Klimaschutz bewegen und gleichzeitig die Wertschöpfung in ihrer Region halten können.

Das Prinzip ist einfach: Windenergie soll nicht nur vor Ort stattfinden, sondern auch vor Ort Wirkung entfalten. Einnahmen aus den Projekten können Kommunen und letztlich den Menschen in der Region zugutekommen. So wird aus der Energiewende ein konkretes regionales Projekt mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteilen.
Bürgerenergie braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Im Gespräch wurden allerdings auch kritische Punkte zur aktuellen Energiepolitik angesprochen. Aus Sicht der Bürgerenergie Geldern werden Bürgerenergiegesellschaften durch das neue EEG nicht ausreichend gestärkt.
Besonders kritisch wurde die geplante beziehungsweise vorgesehene feste Vergütung ohne ausreichende Berücksichtigung der Inflation gesehen. Für große Energieunternehmen können solche Risiken unter Umständen leichter getragen werden. Für kleinere Bürgerenergiegesellschaften stellen steigende Kosten bei gleichzeitig festgelegten Einnahmen jedoch ein erhebliches wirtschaftliches Risiko dar.
Gerade bei Projekten, deren Planung und Umsetzung sich über mehrere Jahre erstreckt, können Baukosten, Finanzierungskosten und andere Ausgaben durch Inflation deutlich steigen, während die Einnahmeseite nicht entsprechend mitwächst. Für eine Bürgerenergiegesellschaft kann dies schnell zu einem wirtschaftlichen Risiko werden, das ein Projekt im schlimmsten Fall sogar gefährdet.
Die Forderung aus dem Kreis der Bürgerenergie lautet deshalb: Wer Bürgerenergie politisch stärken will, muss auch dafür sorgen, dass kleinere Gesellschaften unter verlässlichen und wirtschaftlich tragfähigen Bedingungen arbeiten können.
Energiewende gemeinsam gestalten
Der Besuch von Mona Neubaur bot damit nicht nur Gelegenheit, ein konkretes Windenergieprojekt und die Arbeit der Bürgerenergie Geldern vorzustellen. Er zeigte auch, wie breit die Beteiligung vor Ort aufgestellt ist und wie viel Engagement hinter der Entwicklung erneuerbarer Energie steckt.
Die Bürgerenergie Geldern sieht darin einen wichtigen Bestandteil der Energiewende: Menschen vor Ort werden nicht nur zu Betroffenen des Ausbaus erneuerbarer Energien, sondern zu aktiven Gestalterinnen und Gestaltern. Gerade angesichts der spürbaren Folgen des Klimawandels ist diese Selbstwirksamkeit ein wichtiger Baustein für die Akzeptanz und den Erfolg der Energiewende.
