Renaturierung der Issumer Fleuth an der Kapellener Straße erfolgreich abgeschlossen

WRRL-Maßnahme Kapellener Straße abgeschlossen
WRRL-Maßnahme Kapellener Straße - Foto Ingo Bläser

Die Renaturierung der Issumer Fleuth im Bereich der Kapellener Straße ist  abgeschlossen. Der Wasser- und Bodenverband Issumer Fleuth hat das Gewässer ein weiteres Stück ökologisch aufgewertet und die Landschaft zugleich widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels gemacht.

Der Ortsverband der Grünen möchte an dieser Stelle dem Wasser- und Bodenverband Issumer Fleuth für die Planung und Umsetzung der Maßnahme und dem wichtigen Beitrag zum Schutz der Natur herzlichst danken.
Ein Artikel von Frank Schulmeyer

Zurück zur niederrheinischen Auenlandschaft

Der zuständige Wasser- und Bodenverband spielte eine zentrale Rolle bei der Umsetzung. Er sorgt nicht nur für die Unterhaltung der Gewässer und den funktionierenden Wasserabfluss, sondern engagiert sich zunehmend für ökologische Verbesserungen in der Region und arbeitet dabei eng mit der Gemeinde, Behörden und Flächeneigentümern zusammen.

Die Issumer Fleuth prägt die Landschaft rund um Issum und ist Teil der typischen niederrheinischen Auenlandschaft. Als Nebenfluss der Niers erfüllt sie wichtige Funktionen für den Wasserhaushalt und bietet zugleich Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Bereits im Juli 2025 durften wir Grüne zu Gast beim Wasser- und Bodenverband Issumer Fleuth sein, um uns über die Arbeit und die Erfolge der zuvor im Bereich Amray durchgeführten Arbeiten zu informieren. Die sichtbaren Verbesserungen im Gewässerprofil, an den Ufern und in den neu entstandenen Feuchtbereichen zeigten eindrucksvoll, wie naturnahe Maßnahmen die Biodiversität fördern und die Landschaft aufwerten.

Platz für Fische, Amphibien, Insekten und Wasservögel

Jetzt sind auch die Arbeiten im Abschnitt Kapellener Straße abgeschlossen. Besonders Fische, Amphibien, Insekten und Wasservögel profitieren von den neuen Lebensräumen. Mittelfristig siedeln sich auch wieder Ufergehölze an. Langfristig wird durch diese und weitere Maßnahmen ein Biotopverbund entlang des Flusses entstehen, der aus Sicht des Gewässer- sowie auch des Natur- und Artenschutz von Bedeutung sein wird. Die Wiederherstellung der Fließgewässer wird durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie gefordert, die 2002 ins deutsche Wasserrecht aufgenommen wurde. Ziel ist es, unsere Bäche und Flüsse in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen. Dazu müssen die durch den Ausbau und die Begradigungen verloren gegangenen Strukturen und Lebensräume in und an den Gewässern neu entwickelt werden.

Renaturierung stärkt Klimaresilienz

Die Renaturierung stärkt zudem die Klimaresilienz der Landschaft: Naturnahe Gewässer und Auen können bei Starkregen mehr Wasser aufnehmen und zeitweise speichern, wodurch das Risiko von Überschwemmungen reduziert wird. Gleichzeitig helfen Feuchtflächen und strukturreiche Uferbereiche, Wasser länger in der Landschaft zu halten – ein wichtiger Faktor angesichts zunehmender Trockenperioden. Die Niedermoorböden in der Niederung der Issumer Fleuth werden wiedervernässt und tragen so zu einer verbesserten Bindung von CO2 bei.

Die abgeschlossenen Maßnahmen an der Issumer Fleuth zeigen, wie Ökologie, Hochwasserschutz und Klimaanpassung erfolgreich miteinander verbunden werden können. Die niederrheinische Kulturlandschaft gewinnt dadurch an Vielfalt, Schönheit und Widerstandsfähigkeit.

WRRL-Maßnahme an der Kapellener Straße abgeschlossen – Foto Ingo Bläser